CoD-Freaks
Kar 98-K
31.08.2008 - 13:38




K98k, Karabiner 98 kurz











Hersteller



Mauser AG Oberndorf, Mauser Werke Berlin-Borsigwalde, J.P.Sauer & Sohn Gewehrfabrik Suhl/Thüringen, Berlin-Lübecker Maschinenfabrik Lübeck, Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Weimar/Thüringen, Wilhelm Gustloff Werke Weimar/Thüringen, G. Geipel GmbH Waffenfabrik und Feinmechanische Werke, Steyr-Daimler-Puch, Waffenwerke Brünn AG Brünn Werk 1 / Bystrica Werk 2





Geschichte / Einführung / Herstellung

Das Deutsche Kaiserreich verwendete zu dieser Zeit noch das Kommissionsgewehr oder auch Gewehr 88. Auf Grund der Konstruktion des Gewehrs kam es aber immer wieder zu Schießunfällen.
Bei dem Kommissionsgewehr handelt es sich nicht um eine Mauser-Produktion, wie öfters angenommen wird. Mauser baute zu dieser Zeit das Gewehr Modell 89, das in der belgischen Armee verwendet wurde. In der Türkei wurde das "M1890" eingeführt und Spanien besaß das "M 93" (M = Mauser). Bei allen diesen Gewehren sind Bauelemente zu finden, die auch später bei den 98er-Systemen verwendet wurden. Das im Mittelschaft integrierte Zick-Zack Magazin, der federgelagerte Auszieher, sowie das Zwei Warzen-Verschlußsystem stammten vom "M 93", der einfache Ladestreifen für kleinkalibrige Patronen war beim Modell 89 zu finden.
Erst Ende 1893 wurde das Berliner Kriegsministerium aufmerksam. Die Schießunfälle mit ihrem Standardgewehr traten immer häufiger auf, die Presse stempelte das Gewehr als "Judenflinte" ab. Die Firma Mauser hingegen konnte mit ihren Mustergewehren viele positive Resonanzen aus dem Ausland gewinnen. Am 10.05.1894 reiste Paul Mauser mit 25 Mustergewehren nach Berlin-Spandau zur Gewehr-Prüfungs-Kommission (G.P.K.). Fünf Gewehre besaßen ein von Mauser verbessertes, selbstspannendes M 93er Schloß, die anderen ein normales 93er Schloß. Im Frühling 1895 wurde dann mit 2000 Gewehren ein Truppenversuch durchgeführt. Das verbesserte Schloß ließ sich Paul Mauser am 09.09.1895 patentieren. Es verfügte über eine Reservewarze, sowie über Gasabzugsöffnungen, die z.B. bei Hülsenreißern den Soldaten schützen sollten. 1897 wollten Militärs die neuen 88er mit dem Schloß ausstatten und als M 88/97 einführen. Zur gleichen Zeit lief in Oberndorf ein Projekt mit einer 6x59 mm Patrone, das äußerst vielversprechend getestet wurde. Jedoch hatte diese keine Zukunft, hinsichtlich der riesigen Altbestände der 8x57I Patrone.

Ein dritter Prototyp, der Ähnlichkeit mit dem 6 mm und 88/97 Gewehr aufwies, bekam eine verstärkte Hülse und einen stufenweise abgesetzten Lauf, zudem einige optische Veränderungen. Der Lauf bei diesem Modell war 740 mm lang. Die Bajonettarretierung wurde nochmals geändert, ein Seitengewehr konnte nun allein durch eine T-Schiene befestigt werden. Mit vier dieser Prototypen reiste Paul Mauser am 19.03.1898 erneut zur Berliner G.P.K. Kaiser Wilhelm II., der alle Versuche interessiert verfolgte, gab am 05.04.1898 sein Plazet für das neue Gewehrmodell 98. Vorerst war das 98er jedoch nur eine Versuchswaffe, solange bis die Kaliberfrage geklärt war. Zu dem Zeitpunkt kam eine Umbewaffnung auch noch gar nicht in Frage, da die finanziellen Mittel fehlten. Somit lief die Produktion in den staatlichen Firmen Spandau, Erfurt und Danzig nur zögerlich an. Für jedes hergestellte Gewehr erhielt Mauser eine in den Nutzungsverträgen beinhaltete Lizenzgebühr, womit natürlich ein wahrer Geldregen nach Oberndorf ging. Ende 1907 war die Umrüstung der Truppe abgeschlossen, die Reservisten hingegen sollten das 98er erst ab 1912 bekommen. 1903 entwickelte man ein neues 9,8 g schweres Spitzgeschoß (S). Mit dem ebenfalls neuen 682b Spandauer Pulver verlieh es der 8x57I Patrone eine weitaus bessere ballistische Leistung. Die 8x57IS wurde im Oktober 1905 übernommen. Alle Waffen auch die neuen 98er, mußten entsprechend am Patronenlager und Visier geändert werden. Die neuen Gewehre bekamen zur besseren Unterscheidung auf der Hülse, dem Lauf und am Visierfuß ein "S" gestempelt. Das Visier begann nun bei 400 Metern anstatt bei 200 m. Die Infanterie bekam ihre Gewehre, doch bei der Kavallerie hing die Austeilung hinterher.

Bei den Kurzgewehren mit einer Gesamtlänge von 96 cm wurden viele Varianten mit unterschiedlichen Visieren getestet. Jene Versuchsstücke gingen später an deutsche Kolonien nach Afrika und wiederum später nach England. Das Problem waren der zu harte Rückstoß und das starke Mündungsfeuer der Waffen mit dem 435 mm kurzen Lauf. Auch mit der alten 8x57I konnte das Problem nicht behoben werden, deshalb wurde das Gewehr auf 109 cm und der Lauf auf 59 cm verlängert. Diese Modelle hatten bereits einen runden Kammerstengel und die Aussparung im Schaft darunter. Version "A" besaß eine Bajonett-"A"ufpflanzvorrichtung, Version "Z" einen Haken zum "Z"usammenstellen für Pyramiden; mit beiden Vorrichtungen hieß es folglich 98AZ. Das 98AZ bekam ein 300 - 2000 m Visier und wurde am 06.01.1908 vom Kaiserreich übernommen. Während des 1. Weltkrieges hatte es sich bei der Truppe bewährt, obwohl der Rückstoß immer noch ziemlich hart war. Ein Manko war auch die nah an der Mündung sitzende Visierung, die sich beim längeren Schießen erhitzen konnte. Die Kämpfe der Soldaten spielten sich zum Teil in Entfernungen um 100 m ab, was natürlich mit der 300 m Visierung nicht möglich war. Auch die 5-Schußmagazine und Dreck in der Waffe, machten den Soldaten Probleme. Die 1918 herausgegebenen Grabenmagazine mit 20 Schuß und Staubschutzklappen kamen jedoch zu spät in die Truppe.
Die Verwendung von den Patronen mit 12,8 g schweren "sS" Geschossen wurde nun auch bei den Karabinern getestet. Mit verringerter Ladung waren das Mündungsfeuer und der Rückstoß weitaus erträglicher. Jedoch mußte dafür ein flaches Kurvenvisier mit 100 - 2000 m Markierungen verwendet werden.
Zwischen 1922 und '24 wurde für Fahrradtruppen eine 125 cm lange Variante offiziell als K98b eingeführt. Das "b" diente zur Tarnung vor alliierten Kontrolleuren, denn nur die Produktion von Karabinern war erlaubt. Bis 1926 wurden alle alten 98er Gewehre zu K98b Gewehren umgerüstet, erst ab Mitte des Jahres lief die Produktion von neuen K98b an. Neben dem Modellnamen bekam jede Waffe auch ein "S" auf die Hülse gestempelt, denn nur die Firma Simson & Co. in Suhl war laut alliierter Vereinbarung allein berechtigt Waffen an die Reichswehr zu liefern. Das Modell K98AZ wurde schließlich offiziell als K98a eingeführt.

In ausländischen Fabriken, wie in Polen, Belgien und Tschechien konnte die Gewehrproduktion ohne Probleme weitergehen. Deutschland mußte an diese Länder Reparationszahlungen leisten, dies waren unter anderem Waffenteile und Maschinen. 1924 verkauften die Tschechen und Belgier 98er mit 60 cm langen Läufen als "VZ 24" und "FN Mle 24". Auch Mauser fing bald wieder an Gewehre zu exportieren, dies waren 98b ähnliche Gewehre mit ebenfalls 60 cm Läufen. Ab 1933 wurden sogenannte Reichspostgewehre mit gebogenem Kammerstengel verkauft. Diese gingen aber auch an Bürgermilizen der NSDAP, sowie SA und SS. Nun wurde das Interesse der Heeresleitung geweckt, denn diese kürzeren Gewehre waren weitaus handlicher als die 98b Modelle. Doch erst drei Jahre später konnte die Weimarer Republik das nötige Geld für eine Umbewaffnung aufbringen. Die 98b Gewehre wurden mit kürzeren Läufen ausgestattet und folglich 98k (k = kurz) genannt. Die Produktion begann bereits 1934 bei Mauser und Sauer & Sohn und lief unter dem Decknamen "Adalbert". Damit begann die Codierung der Herstellerorte und -zeiten. Gegenüber dem 98b verschwanden die Fingerrillen am Schaft. Der 21._06.1935 galt als offizieller Einführungstermin des K98k. Alle älteren Gewehre gingen zur Polizei und an NSDAP-Organisationen über.

Schon bald baute auch die "Erfurter Maschinenfabrik Berthold Geipel GmbH" (Erma) und die "Berlin-Lübecker Maschinenfabrik" den neuen Karabiner. In Berlin-Wittenau standen noch leere Hallen von einem ehemaligen DWM Werk, in dem Mauser nun ebenfalls produzierte. Die Fabrik nannte sich dann "Berlin-Borsigwalde".

Seit 1937 standen auch die "Berlin-Suhler Waffenwerke Weimar" auf der Produktionsliste. Später, als auch Österreich, Tschechien und Polen zum Großdeutschen Reich gehörten, stellten zudem "Steyr-Daimler-Puch", "Waffenwerke Brünn" und andere Fabriken den 98k her. Das weiterentwicklte, tschechische Modell war mit dem Deutschen identisch, nur die Hülse fiel etwas schmaler aus. Das 99,5 cm lange "Gewehr 33/40" besaß ein 490 mm kurzen Lauf und wurde von den Gebirgsjägern mit großer Beliebtheit geführt. Es konnten sogar Zielfernrohre des Typs ZF41 verwendet werden. Das "WZ 29" wurde von der polnischen "Warschauer Gewehrfabrik" hergestellt und war baugleich mit dem 98k. Diese Bestände gingen an die Marine und die Luftwaffe. Das "G29/40" ist eine Weiterentwicklung der polnischen Variante "WZ 29", gebaut von Steyr.







Gewicht ohne Bajonett: 4,00 kg

Gewicht mit Bajonett: 4,35 kg

Länge mit Bajonett: 1355 mm

Länge ohne Bajonett: 1110 mm

Lauflänge: 600 mm oder 23,6"

Zahl der Züge: 4 rechts

Tiefe der Züge: 0,15 mm

Breite der Züge: 4,4 mm

Drallänge: 240 mm

Mündungsgeschwindigkeit: 755 m/s

effektive Einsatzweite: ca. 400 m

Visierung: Kurvenvisier 100-2000 m

Länge des gezogenen Teils: 510 mm

Felddurchmesser: 7,89 mm

Zugdurchmesser: 8,20 mm

Länge des Putzstocks: 258 mm bzw 320

Verriegelung: 2 Warzen vorne, 1 Reservewarze hinten


Freak-Evil Spirit


gedruckt am 17.01.2018 - 22:53
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